Mittwoch, 1. April 2009

2009 – Odyssee im Oriente

es fing alles so gut an. obwohl gut vielleicht nicht das beste wort dafuer ist, schlammig, lehmig passt besser. nach der uebernachtung bei stammesangehoerigen der shuar in der naehe von puyo im oriente ecuadors, machten wir uns am 23. maerz mit unseren drahteselis auf den weg richting puyo. das regen schien auszubleiben und die sonne verwandelte die vorher glitschige und rutschige piste in ein klebriges und zaehes waldwegli. der lehm wirkte auf die velos wie caramba auf die zaehne. gottseidank ging es, sobald wir die "hauptstrasse" erreichten zuegiger vorwaerts. zuerst sogar noch asphaltiert, ein wenig spaeter dann wengistens gerodet. wir wollten das abenteuer, wir kriegten das abenteuer.

kurz vor der bruecke in holte uns der regen ein. und wie. das was man manchmal in thermalbaeder als "dusche tropischer regen" vorgesetzt bekommt zeigte sich uns in freier wildbahn. zufaelligerweise erreichten wir ca. 5 minuten vor dem "tropischen regen" eine billard-halle mit einem kleinen unterstand. als der regen nach einer halben stunde nicht nachliess, sondern eher staerker wurde, stellten wir ramonas zelt im unterstand auf und bereiteten unser nachlager vor, waehrend die lokalen holzfaeller und lastwagenchauffeure die billiardcues schwingten.

die knurrenden maegen trieben uns auf der suche nach etwas essbarem kurze zeit spaeter durch die kleine siedlung. wir hatten glueck. die lastwagenchauffeure zeigten uns ein winziges restaurant, wo auch sie sich verpflegten. natuerlich durften wir uns, auch mit schwerem gefaehrt unterwegs, an ihren tisch setzen. ich gab aus bekanntem anlass eine runde aus und wir verbrachten einen lustigen abend. natuerlich durfte ein abschiedsfoto mit ALLEN beteiligten nicht fehlen (kuechencrew, chauffeure, ramona und hannes): meine canon aufgestellt. selbsausloeser auf 10sec. sprint zur gruppe. leiderleiderleider fuehlte sich ein hund durch meine sprint derart provoziert, dass es sich dazu entschloss, mich in den ellbogen zu beissen. und damit begann die odysee!

ecuador ist tollwutgefaehrdet. ecuadorianische hunde im speziellen. der hannes wurde von eine ecuadorianischen hund gebissen. ins spital nach macara. dort eine tetanusspritze. am naechsten tag zum oberdoktor. es spricht franzoesisch und kommentiert die schoenheit seiner angestellten: oh, elle est tres belle!. leider kein adequater impfstoff. telefonieren. impfstoff hats in cuenca. 4 tage mit dem velo. 8 h mit dem bus. bustickets gekauft und ab nach cuenca. in cuenca um 22:00 in die klinik. erste injektion von verorab. es folgt die zweite injektion am tag 3. es sollte folgen. am tag 3 in der klinik. es war nur eine dosis verorab vorhanden. nein, eine zweite komme fruehestens am montag. shit. telefonieren. ins lokale centro de salud. nein, kein vororab. ins militaerspital. nein, kein verorab. zuerueck zur klinik. telefonieren. ja, eine andere apotheke haette noch eine dosis. gottseidank. in apotheke. nein, mein name ist nicht james sutir sondern hannes suter. ja, ich habe geld. in die notaufnahme. injektion der zweiten dosis. UFF!

so, jetzt wissts ihr!

heute sind wir nun in loja angekommen. zur peruanischen grenze gehts noch 200km rauf und runter. ein bisschen mehr runter.

in macara gehts fuer mich durch die wueste nach trujillo. ramona bleibt in ecuador und reist zuerueck nach quito.

I'm gonna be a poor lonesome cyclist
I'm a long long way from home
And this poor lonesome cyclist
Has got a long long way to roam
Over mountains over prairies
From dawn till day is done
My aluminium-horse and me keep riding
Into the setting sun

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