wow, sie verging schnell, diese letzte woche. eben noch auf der lil bin ich jetzt mitten im urwald und kann wegen dem tropischen regen, der mein hilleberg zelt in eine regelrechte trommel verwandelt nicht schlafen. aber nun eins nach dem anderen.
am 19. januar verliess ich die familie rey in martinique, ich wurde herzlich von zwei einheimischen begruesst. ich ueberliess ihnen meine bootsschuhe, nach entlichen warnungen (man kann sich vorstellen, wie meinen schuhe nach 2.5 monaten barfuss riechen, sie toeteleten so richtig), nun ja, sie wollten sie trotzdem haben und boten mir an, mich direkt zum im reisefuehrer beschriebenen zeltplatz zu fahren. natuerlich lehnte ich dieses angebot nicht ab. der zeltplatz stellte sich dann als guenstiges hotel heraus und ich blieb. le nid tropical in anse a l'ane, 20 faehrminuten von fort de france entfernt. sehr franzoesisch, touristisch, gepflegt, sonnig, palmig und natuerlich sandig. und auch etwas langweilig. ich sah mir fort de france und teile von martinique an und beschloss dann, am 22. nach dominica weiterzufahren. schon wieder mit einem boot, diese mal aber mit einem motorisierten. der express des iles, welche zwischen st. lucia und la guadeloupe verkehrt. mit stopps in martinique und dominica.
dominica ist nun sehr urspruenglich, sehr freundlich, sehr gruen und sehr wild. i like. ich uebernachte im zelt mitten im regenwald, mit all seinen guten und schlechten seiten. gestern war ich mit zwei kanadier am strand und an einem wasserfall, meine kondition ist gar nicht so schlecht wie angenommen. aber diese lockere wanderung ist natuerlich nichts gegen die anden kilometer, welche mich erwarten...naja, wir sahen krebse, schlangen, kolibris und einige kuehe am wegrand. das strand ist aufgrund des vulkanischen ursprungs der insel dunkelschwarz und sehr schoen, ich werde in kuerze einige bilder hochladen.
nun ja, um den 29. gehts weiter nach guadeloupe. vorher werde ich noch die unterwasserlandschaft per scuba diving erkunden. dominica soll zu den top5 tauchpots dieser erde gehoeren. wir weden sehen.
nun ja, wie ihr seht ist alles im gruenen bereich oder eben: pas ni probleme, wie der martiniquese sagt.
Das Pferd war mir bisher eher suspekt als sympathisch. Gross, schwer, undurchschaubar und behuft bahnt es sich beritten den Weg durch die mittelländischen Wälder.
Und jetzt hier in Rodney Bay die Annonce des „International Pony Club: Specialize in children, beginners and scared people“. Mindestens zwei Jahrzehnte trennten mich von meiner ersten und bisher letzten Reiterfahrung im Ponykreisel auf dem Rütihof. Aber ich entsprach anscheinend der Zielgruppe des Pony Clubs und nach einiger Überzeugungs- und Überredungskunst seitens der Familie Rey entschloss ich mich also, sie beim Ausflug zu begleiten. Es sind ja nur Ponys, dachte ich mir, kleine friedliche Ponys.
Angekommen auf dem Gestüt wurden wir mit lustigen Helmen und guten Ratschlägen ausgestatten (Zügel nach hinten: Stopp / Zügel nach rechts: rechts / und so weiter) und auf die Vierbeiner aufgeladen. Die Ponys stellten sich als ausgewachsene Pferde heraus aber der Point-of-no-return war natürlich längst erreicht, es gab kein Zurück mehr.
Man muss mir meine Rütihof-Erfahrung angesehen haben, denn ein Helfer stellte mir ein Podest zum Aufsitzen hin. Nun ja, Basil führte das Feld zusammen auf einem Pferd mit dem Guide an, Andrea auf „Blackjack“, Markus auf „Jude“ und ich auf „Darkheart“ folgten im allgemeinen Pulk der Mitreitenden. Gemütlich ging es in Einerreihe zuerst durch ein Aussenquartier, dann einem Trampelpfad entlang durch den küstennahen Wald in Richtung Atlantik. Den letzten Teil vor der Pause legten wir am Sandstrand zurück. Die Tiere wurden abgesattelt und man konnte einen Ritt ohne Sattel durch die seichte Lagune wagen oder sich einfach nur die wunderschöne und wilde Ostküstenlandschaft anschauen. Da wir bisher entlang der Westküste unterwegs waren, fiel uns dieser ursprüngliche und rauere Charakter dieses Küstenabschnitts besonders auf.
Danach ging es dem Strand entlang zurück. Basil und der Guide galoppierten die Strecke bis zum Waldpfad, er hat uns bei der anschliessenden Rückfahrt schwer beindruckt berichtet, dass man nur noch Wasser, Sand und Himmel sah, so schnell sei das Pferd gelaufen! Einige taten es ihnen gleich und trieben die Pferde an. Die rennenden Vierbeiner mit den wild wackelnden Zweibeiner im oder besser irgendwie am Sattel erinnerten mich stark an die Videos, welche in Fernsehsendungen wie „The Worlds Funniest Homevideos“ oder „Pleiten, Pech und Pannen“ ausgestrahlt werden. Aber auch der Rückweg verlief absolut problemlos und ich gebe offen zu, dass ich Spass daran hatte!
Ich werde die LIL und damit Basil, Andrea und Markus auf Martinique in Fort-de-France verlassen und nach dem Besuch von Dominica und Guadeloupe auf mein Aluminiumross umsatteln. Es war eine aussergewöhnliche und unvergessliche Zeit die ich mit der Familie Rey in den letzten zwei Monaten teilen durfte. Ich freue mich auf ein Wiedersehen in der Schweiz oder auf irgendeinem Ozean dieser Erde!
wieder mal news vom hene. ich bin gsund und gfräs in st lucia angekommen. momentan in rodney bay, am steg C5, einfach das erste boot auf der linken seite.
den dezember verbrachte ich grösstenteils auf see. wir segelten alles andere als langsam (20 tage, 20 stunden) von santa cruz, tenerife, nach rodney bay, st. lucia. wie wir die zeit verbracht haben, wie wir gelebt haben, wie wir den samichlaustag gefeiert haben und welche existentiellen probleme uns quälten kann man ausführlich und ansprechend auf http://www.bateaulil.ch/ nachlesen. nur soviel: es hat mir sehr gut gefallen!
den januar verbrachte ich bisher entlang der westküste st lucias. rodney bay, pitons, anse la raye und marigot bay sind die namen. dahinter verstecken sich weisse strände, schwarze leute, türkises wasser, rote sonnenuntergänge, violette fische, grüne regenwälder, gelbe bananen, graue regenwolken oder blauer himmel (wobei sich letzterer deutlich öfter zeigte). nach der überfahrt tut das geruhsame karibikleben sehr gut. lesen. essen. baden. schnorcheln. schauen. segeln. kochen. das sind die stichworte. natürlich könnte man auch mücken schlagen. schwitzen. warten oder abwaschen aufschreiben. ich aber nicht. zu marginal :-). bis mitte januar bleibe ich mit den reys auf der lil. sie setzen mich in fort-de-france, martinique aus. von dort aus gehts weiter nach dominica und guadeloupe.
auf den februar freue ich mich besoners. fränzi und ich werden uns in guadeloupe treffen. am 10. februar gehts dann weiter nach panama stadt und von dort aus direkt nach bogota, inshallah. das reisebüro hat mir jedenfalls mal vorsorglich gesagt, dass falls ich den flug in panama verpassen würde, ich den anschlussflug nach bogota selbst bezahlen müsse. das weckt natürlich einen gewissen argwohn...naja. air caraibes und copa airlines werden mich wohl sanft und pünktlich in panama beziehungsweise in bogota abladen. von bogota gehts dann endlich per velo weiter nach süden...aber davon später!
Was ich mag:
Liebe. Liebe in Zeiten der Cholera. Einmachen. Einlaufen. Meine Velos. www.mmovies.net. Icebreaker. Element of Crime. Gianmaria Testa. Belafarinrod. Skype. Facebook. Freunde. Zivildienst. Zmorge. Schlafen. Bouldern in Cresciano. The Big Lebowski. Sowieso Filme der Coen Brothers. Freier Film, RiffRaff und Kellerkino. Chodovar und Twisterfrites. Max Küngs Kolumnen. Stugeron. Kaffee. Pläne schmieden. Bern. Dachstock. Mani Matter. Manu Chao. Zelten in den Bergen. Stille Hasen. Konzerte. Mein GA. Reisen. Bewegung. Aussicht. Freiheit.
Was ich nicht mag:
Seekrankheit. Abschied. Lautsprecher an Handies. Hektik. Ignoranz. Barfuss ueber Gitterroste gehen. Fenchel. Gewalt. Speckige Griffe. Skype. Rostige Ketten. Volle Zuege. Besonders Pendolinos.